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Stromhandel und Herkunftsnachweise

Wie funktioniert der Einkauf von Strom aus erneuerbaren Energien?

Kauf an der Strombörse oder vom Betreiber?
Strom wird meistens an der Strombörse EEX (European Energy Exchange AG in Leizip) gehandelt. Die Stromhändler kaufen ihn dort zum aktuellen Marktpreis ein. Angebot und Nachfrage funktionieren an der Börse anonym, Strommengen werden nicht nach Herkunft und Erzeugung getrennt ausgewiesen. Wer reinen Ökostrom erwerben möchte, kann diesen Weg also nicht gehen. Will man ausschließlich und garantiert Strom aus erneuerbaren Energien einkaufen, muss man ihn - direkt oder über Zwischenhändler - von den Betreibern der Anlagen beziehen, in denen er erzeugt wird.

Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:

Einkauf aus Anlagen, die über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden
Bezieht man Ökostrom aus Anlagen, die per EEG gefördert werden, geschieht dies per Direktvermarktung nach §17 EEG. Dabei vereinbart der Käufer mit dem Erzeuger, aus welchen Anlagen er über welchen Zeitraum Strom beziehen möchte. Für diese Zeit werden die betreffenden Anlagen aus dem EEG herausgemeldet. Das bedeutet, dass der Erzeuger nicht vom Netzbetreiber die Einspeisevergütung gemäß EEG erhält, sondern vom Käufer den ausgehandelten Preis. Im vereinbarten Zeitraum wird der gesamte Strom aus den entsprechenden Anlagen - oder ein festgelegter Prozentsatz davon - an den Käufer geliefert. Diese Lieferungen kann man anhand der Verträge zwischen Erzeuger und Käufer nachvollziehen.

Wie verfahren wir?
NaturWatt nutzt für seinen Bezug aus deutschen Windenergie- und Solarenergieanlagen die Direktvermarktung. Den Bezug und die Lieferung lässt das Unternehmen vom TÜV NORD überprüfen. Die unabhängige Institution sieht die Verträge und Rechnungen durch und kontrolliert, ob NaturWatt tatsächlich die entsprechende Menge an Strom aus den jeweiligen Anlagen eingekauft.

Einkauf aus Anlagen, die keine EEG-Förderung beziehen
Kauft man Ökostrom aus Anlagen, die nicht per EEG gefördert werden - z. B. auf Grund ihres Alters oder weil sie nicht in Deutschland stehen - wird die regenerative Erzeugung mittels Herkunftsnachweisen bestätigt. Dafür gibt es die zwei verschiedene Systeme:

- RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) beruhen auf einer freiwilligen Vereinigung von Händlern und Produzenten.

- EECS-GoO (European Energy Certificate System - Guarantee of Origin) werden auf Basis gesetzlicher Grundlagen ausgestellt. 

Beide Nachweistypen werden durch neutrale Einrichtungen ausgestellt - für Deutschland ist dies das Freiburger Öko-Institut. Sie ermitteln an Hand der Zählerwerte der Herkunftsanlagen, wie viel Ökostrom hergestellt wurde und erstellen dem Erzeuger eine Bescheinigung für jede produzierte Megawattstunde Ökostrom aus seiner Anlage. Dieses Zertifikat kann der Erzeuger an seine Kunden weiterverkaufen.

Die Herkunftsnachweise belegen damit die Produktion des Ökostrom. Ein Kritikpunkt an diesem System ist, dass der Kauf solcher Nachweise nicht an den Kauf einer entsprechende Strommenge gekoppelt ist. Das heißt: Anbieter können Zertifikate erwerben, ohne den tatsächlichen Ökostrom aus diesem Krafwerk zu kaufen.

Klarheit verschaffen erst die Lieferverträge zwischen Erzeuger und Stromanbieter. Unabhängige Institutionen, z. B. der TÜV, können auf dieser Basis überprüfen, ob ein Anbieter wirklich Ökostrom für seine Kunden erworben und in das Stromnetz einspeisen lassen hat.

Wie verfahren wir?
NaturWatt schließt für seinen Bezug aus Wasserkraftanlagen, die im Ausland stehen und deshalb keine EEG-Förderung beziehen können, Verträge über eine tatsächliche Stromlieferung ab und lässt sie vom TÜV NORD kontrollieren. Darüber hinaus verwendet NaturWatt EECS-GoO und RECS-Zertifikate als Nachweis für die regenerative Erzeugung des so gelieferten Stroms. So ist sichergestellt, dass für die Ökostromkunden sauberer Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist wurde. Damit sind sie auch nur für diese saubere Energieeinspeisung verantwortlich.

In unserer Rubrik Stromherkunft sehen Sie, aus welchen Anlagen unser Ökostrom stammt.

Lars Jaquet, Geologe:

„Das Klima ist hochkomplex und unsere Art, Energie zu gewinnen, wirkt sich direkt darauf aus. Ich möchte unseren Kunden helfen, Zusammenhänge zu verstehen damit jeder sein Potenzial erkennt.“

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