Interaktive FAQ
Frage zum Thema "Erneuerbare Energien und Ökostrom allgemein"
Wie kommt der Ökostrom zu mir?
gestellt von NaturWatt am 04.05.2009
Beantwortet von NaturWatt am 04.05.2009.Der Strom, den Sie aus Ihrer Steckdose beziehen, ist nicht genau der Ökostrom, den wir für sie ins Netz einspeisen lassen. Trotzdem können Sie sicher sein, dass wir genauso viel Ökostrom liefen, wie Sie verbrauchen und dass Ihr Verbrauch damit komplett aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird. Wir speisen unseren Ökostrom ins Stromnetz ein, wo er sich mit anderem Strom vermischt. Diesen Mix erhalten Sie aus Ihrer Steckdose. Das klingt verwirrend? Lassen Sie es uns an Hand von Beispielen erläutern:
Ein Vergleich: Der "Stromsee"
Um deutlich zu machen, wie die physikalischen Flüsse im Stromnetz funktionieren, kann man sich das gesamte Stromleitungsnetz wie einen See vorstellen, dessen Wasserspiegel immer konstant gehalten werden muss. Der Kunde entnimmt diesem See jenen Strom, den er für sich benötigt. Genau die entnommene Menge Strom muss dem Stromsee zur gleichen Zeit an einer beliebigen Stelle wieder zugeführt werden. Nur dann bleibt der "Wasserspiegel" konstant und das ganze Stromnetz stabil.
Das Angebot muss also zu jeder Zeit der Nachfrage entsprechen. Und je mehr sauberer Strom in den "Stromsee" eingespeist wird, desto weniger muss Strom aus herkömmlichen Energiequellen erzeugt werden - und damit wird der Stromsee zunehmend sauberer.
Die Herkunft entscheidet
Bei der Einspeisung in den "Stromsee" spielt demnach die Herkunftsqualität des Stroms die entscheidende Rolle. Ein Kunde, der von einem konventionellen Anbieter Strom bezieht, sorgt dafür, dass Strom aus Steinkohle-, Braunkohle- oder Atomkraftwerken in den See eingespeist wird. Wer seinen Strom bei einem Ökostromanbieter bestellt, sorgt dafür, dass "sauberer Strom" in die Netze fließt und somit die ökologische Qualität des "Stromsees" verbessert wird. Sauberer Strom heißt, dass diese Energie weitgehend abgas- und CO2-frei aus unerschöpflichen Quellen wie Sonne, Wasser, Wind und Biomasse hergestellt wird.
Ein weiterer Vergleich
Sauberes Geld von der Oma. Der Enkel, der von seiner Großmutter zum Geburtstag 50,- Euro überwiesen bekommt und das Geld von seinem Konto abhebt, wird unbekümmert sagen, dass der Fünfzig-Euro-Schein von seiner Oma sei. Das ist physikalisch natürlich falsch. Denn der Geldschein, den der Enkel schließlich in seiner Hand hält, den hat mit Sicherheit nicht die entfernt wohnende Oma bei der Bankfiliale eingezahlt, sondern einen anderen Schein mit dem selben Wert. Der Enkel kann den Geldschein daher nur abholen, weil die Oma zuvor bei einer anderen Bank Geld genau im Wert von 50,- Euro einbezahlt hat. Ein Bild, das den Handel mit Ökostrom durchaus treffend wiedergibt.

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