NaturWatt
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29.04.2011: Wer steht hinter der NaturWatt GmbH? Wem gebe ich mein Geld und was passiert damit?

Unser Geschäftsführer Dr. Martin Baumert über die Unternehmensstruktur der NaturWatt GmbH

Interessenten an Ökostrom wird abgeraten, Ökostrom von Anbietern zu beziehen, die mit Stromhändlern und -produzenten herkömmlicher Energie verbunden sind.

NaturWatt ist zu 90% ein Tochterunternehmen der EWE Energie AG. EWE betreibt zwar keine Atomkraftwerke, bietet aber herkömmlich produzierten Strom an. Wie lässt sich diese Abhängigkeit mit der Philosophie von NaturWatt vereinbaren?

Zunächst einmal sind wir ein eigenständiges Unternehmen und agieren auch so. Wir haben natürlich Gesellschafter, von denen die EWE AG der größte ist. Die EWE ist ein kommunales Unternehmen, das sich schon seit Jahren sehr stark für die erneuerbaren Energien engagiert. Um diese in den Markt zu bekommen und ihnen damit eine nachhaltige Perspektive zu eröffnen, bedarf es der Nachfrage. Dies ist einer der Gründe, warum die NaturWatt GmbH gegründet wurde. Ein ebenso wichtiger Grund war die Erkenntnis, dass die Erneuerbaren am Anfang ihrer Karriere gefördert werden müssen. Deswegen werden die Gewinne, die wir erzielen, nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet, sondern fließen in Projekte zur Förderung der erneuerbaren Energien. Beispielsweise den Bau kleiner dezentraler Photovoltaikanlagen gekoppelt oder in Aufklärungsarbeit im Sinne der Erneuerbaren.

So hat NaturWatt ein sehr klares, zudem ein in Deutschland in seiner Eindeutigkeit einzigartiges Profil, das den erneuerbaren Energien zugute kommt. Das ist und bleibt auch so.

In manchen Vergleichen von Ökostromanbieter wird eine Verbindung zur EnBW AG angegeben. Welchen Bezug und Einfluss hat die EnBW auf die NaturWatt GmbH?

Kurz gesagt: Rechnerisch 23,4 Prozent. Faktisch keine.

Der rechnerische Einflussgrad errechnet sich gemäß der gesellschaftlichen Anteilseignerschaften. Demnach ist die EnBW AG zu 26 Prozent an der EWE AG beteiligt. Den Rest besitzen die kommunalen Anteilseigener der EWE AG. Die EWE AG ist demnach vordringlich kommunalen Interessen folgend. Die EWE AG ist eine Holding und hält – neben einer Vielzahl weiterer Beteiligungen - zu 100 Prozent die EWE ENERGIE AG. Diese wiederum ist zu 90 Prozent an der NaturWatt GmbH beteiligt. Leicht errechnet man: 26 Prozent * 90 Prozent = 23,4 Prozent.

Diese Prozentzahl ist aber ohne praktische Bedeutung. Denn faktisch stellt sich die Situation wie folgt dar:

EnBW verantwortet nicht das operative Geschäft der EWE AG und besetzt dort auch keinen Vorstandsposten. Ebenfalls hat EnBW keine Vertreter in der Geschäftsführung der NaturWatt GmbH.

Welche Position hat die EnBW innerhalb der EWE?

EnBW entsendet derzeit drei Vertreter in den Aufsichtsrat der EWE AG. Der Aufsichtsrat umfasst insgesamt 21 Personen. Die EnBW–Vertreter sind im Aufsichtsrat also in der Minderheit. Hohes Gewicht haben hier dagegen die kommunalen Anteilseigner sowie insbesondere auch der Betriebsrat.

Aufgabe des Aufsichtsrates ist die Überwachung des Geschäfts der EWE AG. Diese Aufgabe erfüllt der Rat durch die Berufung des Vorstandes der EWE AG, durch die Genehmigung des Wirtschaftsplans der EWE AG sowie im Einzelfall durch Entscheidungen über außergewöhnliche Vorhaben der EWE AG z.B. über Investitionen der EWE AG, die eine hohe Wertgrenze überschreiten.

Was bedeutet dies für die praktische Geschäftspolitik und Wirtschaftsplanung der NaturWatt GmbH?

Als Holding unterhält die EWE AG kein eigenes operatives Personal, sondern agiert insbesondere über Beteiligungen. Entsprechend fließen in den Wirtschaftsplan der EWE AG nicht nur die Wirtschaftspläne der EWE ENERGIE AG sondern auch aller weiteren konsolidierten Gesellschaften der EWE AG ein. So z. B. die Planungen der Bremer Stadtwerke swb, der Telekommunikationstochter EWE Tel, der IT-Tochter BTC. Der Wirtschaftsplan der NaturWatt GmbH gehört nicht dazu.

Berücksichtigung finden könnte der Wirtschaftsplan der NaturWatt GmbH allenfalls im Plan der EWE ENERGIE AG, da allein die EWE ENERGIE AG Gesellschafter der NaturWatt GmbH ist. Dies ist aber nicht der Fall. Denn die EWE ENERGIE AG hat zusammen mit den weiteren Gesellschafter der NaturWatt GmbH (Stadtwerke Emden, Wirtschaftsbetriebe Norden) im Gesellschaftervertrag der NaturWatt GmbH festgelegt, dass die Ergebnisse der NaturWatt GmbH nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Insofern spielt die Wirtschaftsplanung der NaturWatt GmbH weder im Wirtschaftsplan der EWE ENERGIE AG noch im Wirtschaftsplan der EWE AG eine Rolle. Eine Beeinflussung der NaturWatt GmbH ist damit faktisch ausgeschlossen.


Über NaturWatt
Die NaturWatt GmbH wurde 1998 als erster norddeutscher Ökostromanbieter gegründet und handelt mit Energie aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft. Die Ökostromangebote richten sich an Haushalte und Unternehmen. Zudem bietet das Unternehmen als Vorlieferant regionalen und kommunalen Energieversorgern zertifizierten Ökostrom zur eigenen Vermarktung an. Die NaturWatt GmbH schüttet ihre Erlöse nicht an die Gesellschafter aus, sondern verwendet ihre Gewinne zweckgebunden zur Integration der erneuerbaren Energien in den Markt. Unter anderem errichtet das Unternehmen damit kleine, dezentrale Erzeugungsanlagen, aus denen es wiederum Ökostrom für seine Kunden bezieht. Mehr Infos unter: www.naturwatt.de

NaturWatt Ökostrom Imke Allendorf

Imke Allendorf, Kulturwissenschaftlerin:

„Die Wende zu einer nachhaltigen Energieversorgung lebt von der Akzeptanz der erneuerbaren Energien. Aufklärung und Transparenz sind dafür unverzichtbar.“

Ihr Pressekontakt:
Imke Allendorf
0441-35091020
imke.allendorf@naturwatt.de

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