NaturWatt

Was bedeutet "Energiewende"?

Von fossilen und nuklearen zu erneuerbaren Stromquellen

Bereits seit Jahren debattiert man über den Atomausstieg - auf der Straße und in der Politik. Rund 90% der Deutschen möchten eine Energieversorgung, die zunehmend - und am liebsten vollständig - aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Diese Entwicklung von der fossilen / nuklearen zur erneuerbaren Energieerzeugung nennt man "Energiewende". Seit der Katastrophe in Fukushima im Frühjahr 2011 ist die Energiewende Wirklichkeit geworden und der Ausbau der erneuerbaren Energien wird durch Gesetze und Rahmenbedingungen vorangetrieben. Die Gründe, warum so viele Menschen und Firmen wie NaturWatt dafür eintreten, sind vielfältig:

Erneuerbare Energien hinterlassen weder Abfall noch Emissionen
Zum einen hinterlassen fossile und nukleare Energieerzeugung Umweltschäden - in Form von Abgasen, Abfällen und riesigen Tagebauten. Die Energieerzeugung mit ihren CO2-Emissionen ist ein Treiber des Klimawandels. Erneuerbare Energien hingegen stoßen weder CO2 aus noch verbrauchen sie nicht-nachwachsende Rohstoffe. Und während manche Menschen der Ansicht sind, auch der Anblick von Windrädern oder Solarmodulen störe die natürliche Kulisse und Wasserkraftwerke könnten Ökosysteme in Flüssen durcheinander bringen, sind diese Eingriffe deutlich geringer und weniger tiefgreifend als beispielsweise Bergbaustätten.

Erneuerbare Quellen sind in Deutschland reichlich vorhanden
Zum anderen kommen viele Rohstoffe für die fossile und nukleare Energieversorgung - z.B. Erdöl, Erdgas, Uran - aus dem Ausland, wodurch Deutschland von den Lieferungen aus anderen Ländern abhängig ist und damit Preisunsicherheiten und unter Umständen politischem Druck ausgesetzt werden kann. Wasser, Wind und Sonne sind hingegen in Deutschland reichlich vorhanden. Damit lässt sich die Energie hier und aus "heimischen" Ressourcen gewinnen.

Erneuerbare Energien sind unerschöpflich - und keiner kann die Sonne verteuern
Schließlich sind Öl, Kohle und auch Uran endliche Ressourcen. Sie gehen früher oder später zur Neige und werden damit, je knapper sie werden, immer teurer. Der Umstieg auf erneuerbare Energien kostet(e) hingegen zu Beginn etwas mehr, weil die Technologien entwickelt und Anlagen gebaut werden müssen, doch die Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser oder Erdwärme sind unerschöpflich, ihre Nutzung wird immer günstiger statt teurer. Zudem schafft die neue, nachhaltige Energiewirtschaft hunderttausende Jobs - davon profitiert besonders der Mittelstand und das Handwerk.

Die Energiewende ist ein Kraftakt, bei dem Jeder gebraucht wird
Wenn erneuerbare Energien also ökologisch, ökonomisch und politisch so attraktiv sind, weshalb sind wir dann nicht schon längst bei 100% Stromversorgung aus Wasser, Wind und Sonne? Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist keinesfalls trivial und kann nicht über Nacht erfolgen: Unser bisheriges Netz ist auf gleichmäßig eingespeiste und bereitgestellte Energie ausgelegt - unabhängig davon, wieviel tatsächlich zu einer bestimmten Zeit benötigt wird. Es gibt nur unzureichende Möglichkeiten, erzeugte Energie, die erst später benötigt wird, zu speichern oder Kraftwerke bedarfsgerecht schnell und exakt hoch- oder herunterzufahren. Ein guter Teil der erneuerbaren Energien - vor allem Wind und Sonne - schwankt hingegen in der Verfügbarkeit: mal ist mehr davon vorhanden, mal weniger. Damit weder Netze bei Sturm überlastet werden, noch bei Windstille der Strom ausfällt, brauchen wir Stromnetze, die wir viel genauer steuern können. Dafür sind Speichertechnologien ebenso nötig wie intelligente Schnitt- und Steuerstellen zwischen energieerzeugenden und -verbrauchenden Geräten. Das Ziel ist, dass Strom genau dann eingespeist wird (und, soweit steuerbar, dann erzeugt wird), wenn er auch benötigt wird und dass Strom, der zuviel im Netz vorhanden ist, gespeichert und dann, wenn er benötigt wird, wieder eingespeist wird. Hierfür ist ein weitgehender Umbau der Infrastruktur nötig und noch einiges an Entwicklungsarbeit.

Das heißt aber keinesfalls, dass wir die Hände in den Schoß legen sollten. Das Gegenteil ist der Fall: Nur wenn der Anteil an erneuerbaren Energien immer weiter steigt wird der Umbau der Netze entsprechend konsequent vorangetrieben werden. Nur wenn viele Menschen Strom aus erneuerbaren Energien kaufen lohnen sich die Investitionen in neue Technologien. Wir brauchen also jeden Einzelnen. Nur wenn alle mitmachen - Erzeuger, die erneuerbare Energien ausbauen, Netzbetreiber, die ihre Netze umrüsten und Haushalte und Unternehmen, die Ökostrom kaufen - wird uns der Schritt in die nachhaltige Energiewirtschaft gelingen.

Hier können Sie auch Interviews mit NaturWatt-Geschäftsführer Dr. Martin Baumert zur Energiewende lesen:
Zum Ausbau erneuerbarer Energien
Zu den Risiken der Atomenergie

NaturWatt Ökostrom Lars Jaquet

Lars Jaquet, Geologe:

„Das Klima ist hochkomplex und unsere Art, Energie zu gewinnen, wirkt sich direkt darauf aus. Ich möchte unseren Kunden helfen, Zusammenhänge zu verstehen damit jeder sein Potenzial erkennt.“

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